EnduroBoxer Tour mit SWT-SPORTS und Simo Kirssi Adventure

 

Finnland Russland – Mid Sun Tour 2016

 

Weil es so schön war, führte uns auch in diesem Jahr uns die EnduroBoxer Tour wieder von Finnland aus Richtung Osten. Der eigentliche Start war bei Kouvola. Diese Kleinstadt liegt im Süden Finnlands. Doch dieses Jahr bin ich nicht mit meiner BMW Motorrad R 100 GS Reiseenduro angereist, ich durfte eine Husqvarna 701 Bigsingle auf unsere Endurotour auf Herz und Nieren testen.

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KTM Körber – Fahrzeug & Gepäcktransport und das 701 Testbike vom Werk

Angereist ist die Husky von Mattighofen über die Autobahn nach Travemünde. Von hier aus wurden die Motorräder und das Gepäck mit dem Transporter per Fähre nach Helsinki geschafft. Den Fahrzeugtransport samt Gepäck übernahm Bernd Körber von KTM KÖRBER. 

In Finnland angekommen stand wie jedes Jahr noch ein Service an Simo Kirssi´s BMW Motorrad HP2 an, aber wie immer war die ehemalige Erzbergkönigin schnell für den Trip gen Osten fit gemacht.

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Simo’s ehemalige Erzbergkönigin

Der Sonntag vor dem Start unserer Reise stand mir noch zur freien Verfügung, kurzerhand reiste ich mit zwei früh angereisten Teilnehmern zur Enduro WM nach Heinola. Hier konnten wir uns mal ein Bild machen, wie „richtig“ gefahren wird. Abends im ersten Basiscamp unweit der russischen Grenze trafen dann alle Tour-Teilnehmer zusammen. Es war wie ein Familientreffen und wir waren alle froh, uns hier zusammen für unsere Tour zu treffen. Sofort wurde wie gewohnt zusammen gekocht und von der letzten Tour geträumt.

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Basiscamp unweit der russischen Grenze

Am frühen Morgen standen wir pünktlich auf und reisten zielstrebig auf schmalen und sandigen Pisten zur Grenze. Der Grenzübergang war zügig und unkompliziert, den nötigen Papierkram hatten wir bereits vorbereitet. Nach der Einreise wurde der Bedarf an Lebensmitteln in Viburg in einem großen Einkaufszentrum gedeckt und dort stießen auch unsere beiden finnischen Begleiter mit ihren Motorrädern zum Trupp hinzu. Ab hier ging es über hauptsächlich über Singletrails und russischen Pisten in südlicher Richtung zu einem alten Militärflughafen.

Die letzten 20km zu diesem Etappenziel durfte ich Wolfi´s KTM 950 SUPERENDURO mit Christians BMW 2-Venitl Boxer im Schlepptau ziehen. Wolfgang hatte seinen Kupplungsdeckel in einer Wasserdurchfahrt an einem versteckten Stein komplett zerschlagen. Während die Einen am Abend das Essen für uns vorbereiteten zerlegten wir die KTM LC8 Super Enduro. Das Motorenöl wurde abgelassen, die Verschmutzungen aus den Sieben und dem Ölfilter mehrfach gewaschen. Ein Kupplungsdeckel aus Finnland war schon geordert und traf noch in der gleichen Nacht ein.

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Kupplungsdeckelschaden an der SuperEnduro LC8 KTM

Am nächsten Morgen fuhr unsere Reisegruppe in südöstlicher Richtung, natürlich wieder über „Old russian Roads“ zu unserem neuen Schlafplatz an einem Ostseestrand. Es waren wieder viele Passagen mit Baumstämmen und Bachdurchquerungen zu bewältigen. Ich war hingegen in dieser Zeit mit Wolfi auf dem Weg nach Saint Petersburg zum dort ansässigen KTM Händler, bei dem wir zwei neue Ölfilter und frisches Motorenöl beziehen konnten. Der Rückweg führte uns über eine längern Etappe am Ostsee-Strand entlang.

Das Camp konnte ich nur mit Hilfe der Koordinaten über den Weg direkt am Meer entlang finden. Für mich spielte sich dieser Tag also hauptsächlich auf dem Asphalt ab, was nicht heißt, dass das nicht gefährlich war, ich hätte mehrfach mein Leben auf der Autobahn und Bundesstraße lassen können. Einmal warnte mich nur noch das Hupen der KTM, als ich beim Navigieren nicht merkte, dass ein Lada rückwärts auf der Autobahn auf mich zu rollte. Der Auftrag war erfüllt, denn nach einem erneuten Öl- und Filterwechsel war die große KTM Zweizylinder Enduro jetzt wieder voll einsatzbereit für unsere Expeditionsreise. 

Das Camp sah aus wie ein Fahrerlager der DAKAR, die Jungs waren schon mit dem Ausbau des Getriebes am BMW Motorrad  2-V GS Boxer beschäftigt. Hier hatte die Kupplung Probleme bereitet. Diese wurde ausgebaut, nachgearbeitet und gereinigt. Schnell war die klassische BMW GS wieder fit. Rudi´s HP2 BMW musste auf der heutigen Etappe immer wieder überbrückt werden. Hier wurde die Starterbatterie durch eine neue ersetzt. Irgendwie wirkte es nicht wie ein Übernachtungscamp sondern mehr wie ein Servicelager und hatte einen absoluten Werkstattcharakter.

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Kupplungsausbau im Fahrerlager an Christians 2-Ventil Boxer

Ab jetzt wurden unsere Pisten breiter und der Teer-Anteil dominanter. Wir näherten uns mit dem Reisetrupp der Weltstadt St. Petersburg. Hier übernachteten wir in einem rustikalen Hotel mitten in der Innenstadt. Den Abend schlenderten wir durch das Herz von St. P wo wir auch in einem schnuckligen Bistro unser Abendessen genießen konnten. Am nächsten Morgen wurde mein Bike noch fit gemacht und es ging wieder raus aus der Millionenmetropole, in stark nördlicher Richtung.

Kaum aus der Stadt führte uns unsere Route wieder über Sand, Staub und Schlamm, teilweise über bekannte Track´s aus dem letzten Jahr. Doch einige Male mussten wir umdrehen und die Strecke kürzen, da Passagen nicht mehr zu befahren waren. Es lagen auch immer wieder mehrere Bäume über dem Weg, was eine Durchfahrt unmöglich machte. Nach einem sturzbachartigen Regen kamen wir völlig durchweicht an einem älteren, aber für russische Verhältnisse gut hergerichteten Feriencamp an. Hier durften wir im Trockenen schlafen und die Kleider konnten über Nacht etwas auslüften.

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Gute Stimmung beim abendlichen Ausflug in St.Petersburg

Am nächsten Morgen gab es ein russisch – finnisches Frühstück und danach turnten wir noch etwas in den benachbarten Wäldern umher und fanden uns am Nachmittag, unweit von unserer letzten Übernachtung, an einem kleinen einheimischen Einkaufsladen zum gemeinsamen Mittagessen ein. Kurz nach dieser Pause navigierten wir zu unserem nächsten Ziel, dem südlichen Zipfel des Ladogasee´s. Diese Location hatte es uns schon im letzten Jahr angetan, es ist ein wunderschönes Ausflugsziel.

Der See, der übrigens der größte Europas ist, hat eine Spannweite von 200 km. Er bietet hervorragende Zeltmöglichkeiten, das Wasser war warm genug, um sich zu dort zu waschen, doch zum Baden reichte es an diesem Tag leider nicht. Nachts konnten wir sehen wie naturbelassen die Russen sind, viele Gruppen wanderten an unserem Zeltlager mit Rucksäcken bepackt vorbei um weiter hinten am See ihr Lager aufzuschlagen. Wir saßen in dieser Nacht lange zusammen, als Nachspeise hatte ich mit Simo zusammen schnell noch mal 5,5 kg Eis und Wodka aus einem benachbarten Ort besorgt.

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Enduro Eigenbau Sichtung in den russischen Wäldern

Morgens war es klar, die Reise ging schon wieder Richtung Westen, wir hatten nun den Rückweg angetreten. Erst sah das Wetter für uns spitze aus, 30 Grad waren angekündigt, doch dank der vielen Schauer war immer wieder für Kühlung gesorgt. Das Gelände war anfangs recht anspruchsvoll und die Akku´s der Teilnehmer schon an der Grenze der Belastbarkeit. Daher änderten wir unsere Reiseroute etwas ab und fuhren weiter nach Westen und ließen dabei einen ganzen Teil des ursprünglichen Tracks aus um am Abend in einem Hotel, das wir aus dem Vorjahr kannten, zu übernachten.

Dieses ehemalige finnische Landhaus lag näher an der Grenze zu Finnland und es bot uns die Möglichkeit, abends in der Sauna die müden Knochen und die Muskeln wieder etwas zu entspannen. Gekocht wurde hier zusammen mit  der Küchenchefin. Jörg und Simo zauberten uns ein tolles Hühnergericht mit Nudeln. Die Nacht war angenehm trocken und warm, während es sehr außen nass und windig war.

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Das Küchen-Profi-Team Simo und Jörg bei der Arbeit in der Großküche des Hotel…

Am nächsten Morgen auf dem Weg zurück nach Finnland wurden die Kleider wieder auf Regen und schnelle Straßenetappen umgewechselt. Unser Weg zum Grenzübergang war nun nicht mehr weit und nach dem Übergang sollte es zügig über Asphalt und Piste zum fast 300 km weit entfernten Tagesziel Helsinki gehen.

Gleich nach der Grenze nahmen wir Abschied von unseren finnischen Helfern Mika, Rauno und Antti, dem Übersetzer. Wir benötigten den ganzen Tag und kamen genau passend um 19:00 Uhr am Hotel in der Nähe des Flughafens an.

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Die Husqvarna 701 im Einsatz am Ladogasee in Russland

Bernd Körber von KTM Körber Schefflenz erwartete uns schon mit seinem Transporter. Wir durften die Enduro´s und das Gepäck direkt in den Transporter laden, danach wurde sich schnell frisch gemacht, um zum gemeinsamen Abschiedsessen zum ansässigen Chinesen zu gehen. Wie immer ging die Tour viel zu schnell vorbei und es wurde von einigen unserer Jungs wieder über das kommende Jahr geredet.

Und auch 2017 wird es wieder eine EnduroBoxer Tour geben, wo, wie und wann, das steht noch in den Sternen. Meine Heimreise trat ich eisern auf meiner Testmaschine aus Mattighofen an, während mich Bernd mit dem Transporter begleitete.

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Abschiedsessen beim Chinesen … 

EnduroBoxer Tour 2016 – Der Film (by Ruediger.S)

Countdown zum nächsten EnduroBoxer Treffen

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